In den letzten Regierungsjahren des ersten römischen Kaisers Augustus (30 v.Chr. bis 14 n.Chr.) gründeten römische Siedler Cambodunum, das heutige Kempten.
Als Rätien zur eigenständigen Provinz wurde, bezog der römische Statthalter im Zentrum von Cambodunum einen palastartigen Bau (Praetorium), der im letzten Drittel des 1. Jahrhunderts n.Chr. in Stein neu errichtet wurde.
Angrenzend entstanden die Kleinen Thermen, eine private Badeanlage für den Statthalter, seinen Stab und seine Gäste.
Anfang des 2.Jahrhunderts wurde Augusta Vindelicum (Augsburg) - Provinzhauptstadt und das Praetorium zum Gästehaus umgebaut. Die Kleinen Thermen erhielten eine öffentliche Latrine.
Nach fast 2000 Jahren sind heute die originalen Grundmauern, Böden, Heizkeller und Kanäle in einem modern gestalteten Ausstellungsbau zu besichtigen. Über einen rollstuhlgerechten, die Thermen umlaufenden Steg lässt sich die antike Badeanlage erleben.
Ein großes Gesamtmodell, Bild- und Texttafeln sowie archäologische Funde in Schaukästen informieren über das römische Badewesen, Aussehen, Technik und Geschichte der Kleinen Thermen.